Hallo liebe Frauen,

ich heiße Anna, bin 30 Jahre alt, Marketing Manager und hatte Brustkrebs.

Im Februar 2017 habe ich an meiner linken Brust einen Knoten gespürt. Im ersten Moment habe ich mit nichts schlimmen gerechnet, weil man einen Knoten auch mal so haben kann und er wieder weggeht – vor allem wenn man seine Tage hat.

Da es nicht wegging, bin ich doch zum Frauenarzt gegangen. Er hat einen Ultraschall gemacht, konnte mir aber nicht wirklich sagen, was es ist. Nur, dass es nichts Harmloses ist.

Da der Frauenarzt hier nichts weiter machen konnte, musste ich zur Mammographie. Das erste Mal habe ich so etwas gemacht. Es war kein angenehmes Gefühl die Brüste so gequetscht zu bekommen, aber ich wollte wissen, was ich nun habe. Auch der Arzt konnte mir noch nicht sagen, was es ist. Er konnte nur die harmlosen Sachen ausschließen und hat mir 3 mögliche Optionen genannt, was ich haben könnte. Da fiel dann zum ersten Mal das Wort „Krebs“. Das war ein Schock. Es bestand also die Möglichkeit, dass ich Krebs habe und das in meinem Alter.

Da auch bei der Mammographie nichts Konkretes gesagt werden konnte, musste ich ins Krankenhaus zur Gewebe-Probe (auch Stanze genannt). Ich hatte Angst. Es war klar, dass ich nun erfahre, was es ist. Die Stanze geht ganz schnell und man merkt bis auf ein dumpfes Gefühl nichts. Mein Freund und ich mussten dann 45 Minuten warten. Die längsten Minuten für mich.

Und dann war der Moment gekommen. Wir mussten zur Ärztin rein und sollten nun erfahren, was ich habe. Als wir da saßen und die Ärztin mir sagte, dass ich Brustkrebs habe, kamen mir einfach nur die Tränen. Ich musste direkt an die Chemo, Haarausfall, Medikamente, schlimme Zeit usw. denken. Es war ein Schock für uns. Wie konnte ich mit 30 Jahren schon Brustkrebs haben?! Ich habe immer viel Sport gemacht und mich gesund ernährt, nicht geraucht und sehr wenig Alkohol getrunken und doch habe ich es bekommen.

Was mir in diesem Moment sehr geholfen hat, waren die Worte meiner Ärztin. „Bitte hören Sie mir zu. Auch wenn sich jetzt der Boden unter Ihren Füßen öffnet – Sie schaffen das! Sie werden wieder gesund!“. Das hat mir Kraft gegeben. Nach dem ersten Schock und den ersten Tränen, haben mein Freund und ich uns angeschaut und beschlossen, dass wir diese Situation – so hart sie auch sein wird – mit so viel Humor und Spaß wie möglich überstehen werden. Wir werden das Beste aus der Sache machen. Und so haben wir dem Krebs den Kampf angesagt.

„NEVER GIVE UP“ – mein Lebensmotto seit Jahren.
Dieses Jahr habe ich es mehr denn je unter Beweis gestellt.

Zum Brustkrebs:
Ich hatte einen hormonellen Tumor HER 2 neu negativ mit 65% Wachstum, der ca. 2 cm groß war. Zudem hat man an vier weiteren Stellen in der linken Brust Mini-Tumore gefunden. Da ein Lymphknoten nach der Gewebe-Probe auch nicht gut aussah, musste ich operiert werden und mir wurden 13 Lymphknoten entfernt. Vier davon waren befallen. Zum Glück hatte der Krebs aber nicht gestreut.

Zur Chemo:
Zuerst sollte ich die Chemo mit 16 Einheiten bekommen (4 x EC und 12 x Taxol). Da meine Lymphknoten aber auch betroffen waren, wurde umentschieden und ich habe folgende Chemo-Variante erhalten:

3 x EC (Epirubicin) -> 150mg/m²
2 (3) x Taxol (Paclitaxel) -> 225 mg/m²
3 x C (Cyclophosphamid) -> 2.000 mg/m²

Eine hochdosierte Chemo mit verkürztem Intervall (alle 2 Wochen). Wie die Ärzte so schön gesagt haben „Kurz, aber knackig“.

Mein Brustkrebs-Verlauf