Wie alles anfing

Im Februar 2017 habe ich in meiner linken Brust etwas gespürt. Es fühlte sich wie eine kleine Erbse an. Erst habe ich mir nichts dabei gedacht, da es aber nicht wegging, bin ich sicherheitshalber zum Frauenarzt gegangen. Der machte einen Ultraschall und schickte mich zur Mammographie. Bei der Mammographie konnten sie nicht genau sagen, was es ist, aber es fiel das erste Mal das Wort „Krebs“ als eine Option.

Diagnose Brustkrebs

Im April 2017 dann die Diagnose Brustkrebs. Ein riesen Schock für meine Freunde und mich. Gerade erst 30 geworden, immer viel Sport gemacht, gesund ernährt, nie geraucht, kaum Alkohol getrunken und dann auf einmal Krebs??? Es war wie ein schlechter Traum…

Die Therapie

Es folgten 2 Operationen, 8 hochdosierte Chemos und 28 Bestrahlungen. Es waren nicht immer leichte Zeiten, aber ich habe mir mein Leben – trotz Brustkrebs – nicht nehmen lassen. Ich habe Sport gemacht, bin während der Chemos reisen gewesen und habe viele schöne Momente mit meinen Freunden verbracht. Auch wenn es schwere Zeiten gab und sie für mich zur Notfallapotheke oder wir während einer Reise einen Abstecher ins Krankenhaus machen mussten, muss ich sagen, dass ich die Zeit in guter Erinnerung habe. Sie hat mir gezeigt, dass ich den weltbesten Freund und Freunde habe und was es bedeutet, bedingungslos geliebt zu werden.

Wieder krebsfrei

Ende 2017 war es geschafft und wir haben im Januar 2018 eine „Danke-Krebsfrei“-Party gemacht und auf das neue Leben angestoßen!!! Nach der Reha fing ich per Wiedereingliederung an zu arbeiten und mein Leben zu genießen. Ich dachte zu dem Zeitpunkt, dass Schlimmste wäre ja überstanden.

Unerklärliche Schmerzen in der Schulter

Doch im April 2018 bekam ich Schulterschmerzen, die einfach nicht weggingen. Die Ärzte meinten, es wäre nur eine Verspannung, also bekam ich Physio. Aber das half nicht. Die Schmerzen wurden immer schlimmer. Trotz mehrmaligen Arztbesuchen hieß es immer wieder nur „Sie sind total verspannt“. Wir sind dann in Urlaub nach Kanada geflogen. Den Urlaub hatten wir uns nach der schweren Zeit verdient. Trotz der starken Schmerzen in der Schulter habe ich den langersehnten Urlaub genossen und alles mitgemacht. Doch die Schmerzen nahmen zu und irgendwann war der rechte Arm taub. Das hat mir Angst gemacht und wir sind noch in Kanada zum Arzt gegangen. Dieser Arzt war der Erste, der meinte, dass ich aufgrund meiner Vorgeschichte zuhause ein CT machen sollte – nur für alle Fälle!

Zuhause angekommen, habe ich direkt einen Termin beim Arzt vereinbart. Doch dazu kam es nicht, da ich am nächsten Morgen beim Duschen einen Knacks im Rücken spürte und dabei so starke Schmerzen hatte, dass mein Freund den Notarzt rief. Ich bin dann mit einem tauben Arm und sehr, sehr starken Schmerzen im Hüftbereich ins Krankenhaus eingeliefert worden.

Der Krebs war zurück…nur schlimmer

Leider hatte ich dieses Mal nicht das Glück empathische Ärzte zu haben. Es folgten Tage des Auf und Abs. Von „Sie haben einen Gehirntumor“ zu „Sie haben nur einen Bruch im Halswirbel“ hin zu „Sie haben Metastasen“. Im Hüftbereich wäre angeblich gar nichts usw. Es ist zu viel um es hier detailliert zu schreiben. Jeden Tag gab es eine andere Info und wir wussten nicht mehr, was wir noch glauben sollten. Es waren die schlimmsten Tage und viele Tränen sind geflossen. Ich fühlte, dass etwas nicht stimmt und zwar am Hals UND an der Hüfte. Aber die Ärzte haben nicht auf mich gehört. Nach vielen Diskussionen und Untersuchungen dann die Schocknachricht: „Sie haben Knochenmetastasen und 3 Brüche in der Wirbelsäule“.

Bleibt die Taubheit im Arm für immer?

Es folgten zwei schwere Operationen an der Wirbelsäule, in denen die Knochen mit Titanplatten und Schrauben fixiert wurden. Die OPs verliefen soweit ganz gut. „Es wird mehrere Monate dauern, bis Sie Ihren Arm vielleicht zurück haben.“, hieß es. Eine Garantie konnte mir keiner geben. Wer mich kennt, weiß, dass ich mich nicht unterkriegen lasse. Ich habe jeden Tag mehrere Stunden meine rechte Hand trainiert. Bis ich dann – nach 2 Wochen – auf einmal völlig unbewusst mit rechts die Teetasse griff. Ich habe erst paar Sekunden später realisiert, was ich da gemacht habe. Das Gefühl war überwältigend. Ich habe direkt meinen Freunden ein Video geschickt. Danach wurde es ganz schnell immer besser und ich hatte meine rechte Hand zurück. Tschakaaaa!!!! So viel zu viele Monate…

Und was ist mit dem Krebs?

Auch wenn die OPs an der Wirbelsäule gut verlaufen sind und ich schnell wieder aufstehen und laufen konnte und sogar meinen rechten Arm nach nur 2 Wochen wieder hatte, hatte bis dato kein Arzt sich um die Metastasen gekümmert. Es verging wieder Zeit mit unnötigen Diskussionen. Da im Krankenhaus nichts passierte und ich mich wie eine tickende Zeitbombe fühlte, habe ich mich in ein anderes Krankenhaus verlegen lassen. Mit der Hoffnung, dass nun endlich was gegen den Krebs vorgenommen wird. Doch leider war dem nicht so.

Der Fahrplan gegen den Krebs steht oder doch nicht?

Irgendwann kam eine Ärztin zum Gespräch und meinte, dass ich einen anderen Brustkrebs als 2017 hätte und wir Chemo X machen müssen. Im ersten Moment dachte ich „Alles klar, dass schaffe ich. Ich weiß was auf mich zukommt und wie ich mir helfen kann.“. Doch nach 2 Tagen sagte mir mein Bauchgefühl, dass etwas nicht stimmt und dass ich die Chemo nicht machen soll. Mein Freund und ich beschlossen eine Zweitmeinung einzuholen. Wir hatten schon solange gewartet, da kam es auf die paar Tage auch nicht mehr an. Als dieser Arzt die Befunde sah, meinte er: „Da stimmt was nicht. Das kann so nicht sein.“ Er empfahl die Biopsie in einem anderen Pathologie-Labor zu wiederholen, welches auf Brustkrebs spezialisiert ist. Nach 2 Tagen die Rückmeldung: „Es ist eine Fehldiagnose. Sie haben keine neue Brustkrebsvariante, sondern die gleiche wie 2017.“. Ich wusste im ersten Moment nicht, was ich sagen sollte. Ich dachte nur: „Gut, dass ich auf mein Bauchgefühl gehört habe. Nicht auszudenken was passiert wäre, wenn ich die falsche Chemo bekommen hätte.“. Mit dem neuen Arzt besprachen wir, dass wir erst die Bestrahlung machen und danach mit der Therapie starten. Die Ärzte der Klinik waren nicht begeistert von der Vorgehensweise und so wurde ich entlassen.

Starke Übelkeit – wieder zurück ins Krankenhaus

Doch es war zu früh. Nach 2 Tagen mit Übelkeit und Erbrechen, ging es wieder ins Krankenhaus zurück. Wir entschieden in das Krankenhaus zu gehen, wo die Bestrahlung erfolgen sollte. Ich lag dort eine Woche und habe mich nur übergeben, aber keiner der Ärzte konnte mir sagen, was ich habe. Da es mir nach einer Woche halbwegs gut ging und die Ärzte nicht wussten was sie mit mir machen sollten, wurde ich entlassen.

Wochen des Quälens

Doch ich war noch nicht wieder fit. Es fingen Wochen des Quälens an. Ich habe mich am Tag 8-10 mal übergeben. Konnte noch nicht mal Wasser in mir halten. In einer Woche habe ich 5 Kilo abgenommen. Meine Freunde haben sich immer mehr Sorgen gemacht und so haben die Eltern meiner besten Freundin entschieden, mich bei sich aufzunehmen. So war immer jemand da, konnte auf mich aufpassen und mir was zu essen machen. Anfangs war 1 Eßlöffel voll genug für mich. Ich konnte einfach nicht mehr essen. Es wurde dann endlich etwas besser. Wir dachten, wir sind auf einem guten Weg. Zwischendurch war immer mal wieder ein Notarzt da, der mich mit Flüssigkeit über den Tropf versorgte. Doch an einem Tag wurde es auf einmal immer schlimmer und ich konnte nicht mehr. Mein Herz schlug rasend schnell und ich war völlig kaputt – und das nur vom Liegen. Wir riefen den Notarzt. Als dieser mich und meine Werte sah, rief er sofort den Krankenwagen. Wir haben erstmal überhaupt nicht verstanden was los ist und warum er so eine Panik macht.

Intensivstation

Im Krankenhaus folgten mehrere Untersuchungen. Es gab den Verdacht auf Nieren- und Leberversagen, sowie Herzstillstand. Wieder ein Schock! Ich hätte einfach in der Nacht sterben können. In der Nähe gab es nur ein Krankenhaus, dieses hatte aber keine onkologische Abteilung. In dem Fall war dies mein Glück, denn die Kardiologen haben herausgefunden, was mit mir nicht stimmt. Die Knochenmetastasen waren so weit fortgeschritten, dass sie die Knochen aufgelöst und sich dadurch das freigesetzte Calcium im Blut verbreitet hat. Zuviel davon im Körper, kann zur Vergiftung und Leber- und Nierenversagen führen. Es wurde versucht, dass Calcium aus meinem Körper auszuwaschen. Ich lag 5 Tage auf der Intensivstation und war extrem schwach. Meine engsten Freunde saßen an meinem Bett, hielten meine Hand und waren für mich da – auch wenn wir nicht gesprochen haben. Irgendwie wusste ich, dass es schlecht um mich steht und die Situation nicht lustig ist, doch ich habe nicht daran gedacht zu sterben. Ich wollte leben und ich habe es geschafft. Das Blut konnte gereinigt werden und mein Körper erholte sich, so dass ich nach 5 Tagen von der Intensiv auf eine normale Station konnte.

Der nächste Bruch – Nummer 4

Doch es war immer noch nicht vorbei. Ich habe ein sehr gutes Körpergefühl und das hat mir gesagt, dass etwas nicht stimmt und es den 4. Bruch gibt. Leider sollte ich Recht behalten. Der Bruch war so kritisch, dass ich nicht mehr aufstehen und meinen Kopf nur um 30 Grad heben durfte. Alles andere war zu gefährlich und hätte zu einer Querschnittslähmung führen können.

Endlich ein Krankenhaus, wo ich mich gut versorgt fühlte

Da ich mich nicht bewegen konnte, aber wir dringend mit der Therapie starten mussten, haben mein Onkologe und ich besprochen, dass ich in das Krankenhaus komme, mit dem er zusammenarbeitet. Das neue Krankenhaus war ein Segen. Endlich wurde ich ernst genommen. Nach 3 Monaten mit Diskussionen, konnte nun die Therapie starten. Der erste Schritt gegen den Krebs wurde gemacht. Eeeeeendlich!!!

Unabhängigkeit zurückholen

Der Kampf gegen den Krebs hatte nun zum 2. Mal begonnen. Aber ich war immer noch ans Bett gefesselt. Das sollte sich ändern! Ich wollte meine Unabhängigkeit wieder zurück haben und nicht immer jemanden bitten, mir etwas zu holen, mir beim Anziehen und Waschen zu helfen etc. Es stellte sich heraus, dass ich mit Hilfe eines Korsetts aufstehen durfte. Also wurde dieses besorgt. Wir fingen gaaaaanz langsam an: erst auf einer Trage, die man in die Senkrechte bewegen konnte, dann mit Stütz-Rollator. Mit den Physiotherapeuten folgten die ersten 2 Schritte, dann bis zur Zimmertür, dann den Korridor entlang. Immer etwas mehr. Dieses Gefühl ist unbeschreiblich. Auf einmal sieht man die Sachen wieder aus der normalen Perspektive, man bekommt immer mehr Unabhängigkeit zurück und damit wieder ein Stück Normalität in sein Leben. Ich machte wahnsinnige Fortschritte. ‍

Doch folgte der nächste Tiefschlag

Nach 2 Wochen wurden wieder Tests gemacht: CT und Ultraschall. Irgendwie sollte es einfach noch nicht vorbei sein. Im Ultraschall hat man festgestellt, dass die Lebermetastasen extrem gewachsen sind und die Leber jederzeit droht zu „kippen“. Wieder ein Schlag ins Gesicht. Wann sollte das denn endlich mal ein Ende nehmen? Immer wenn ich mich aufgerappelt habe, mir meine Power und positive Energie zurückgeholt und dem Krebs den Kampf angesagt habe, kam der nächste Tiefschlag. Die Ärzte haben mir und meinen Angehörigen Druck und auch viel Angst gemacht. Denn es stand zum zweiten Mal „5 vor 12“ für mich. Die Ärzte empfahlen eine Chemo, die schon am nächsten Tag starten sollte. Aber mein Bauchgefühl sagte mir, dass das für mich der falsche Weg ist. Meine Angehörigen baten mich die Chemo zu machen, da sie nicht wollten, dass ich sterbe. Aber ich hatte ja schon mit einer Therapie gestartet. Es war nur eine andere Art, als die typische Chemo. Ich habe mit meinem Freund und Onkologen gesprochen und eine Pro/Contra-Liste für beide Varianten gemacht. Am Ende habe ich mich auf mein Bauchgefühl verlassen und mich für Variante A entschieden. D.h. alles so zu lassen wie es ist, mit dem Therapievorschlag meines Onkologen und nicht der der Krankenhausärzte. Warum? Weil diese Therapie den Krebs zerstören, aber mich körperlich nicht so stark schwächen würde. Ich konnte trotz der Therapie aufstehen, mein Training weitermachen und mir mein Leben zurückholen. Ich hatte keine Nebenwirkungen. Die andere Variante hätte bedeutet, wieder über mehrere Monate schlapp zu sein und damit nicht so schnell ins Leben zurückzukehren. Keiner konnte mir eine Garantie geben, welche Variante die richtige war und ob es so funktioniert, wie wir hofften. Aber ich fühlte mich gut mit meiner Entscheidung und im Nachhinein, war es für mich definitiv die richtige Entscheidung.

Der Status war also, dass ich ein bisschen laufen konnte, aber die Leber komplett voll mit Metastasen ist, die Knochen drohten weiter zu brechen und man nicht weiß, ob die Therapie anschlägt. Da ich mich gegen die Chemo im Krankenhaus entschieden habe, hieß es für mich mal wieder „bye bye“.

Wohin als nächstes?

Wir mussten also einen Ort finden, wo ich weiter aufgepäppelt werden konnte. So langsam gingen uns die Möglichkeiten aus. Die einzige Möglichkeit war eine Palliativklinik. Doch die Ärzte dort waren alles andere – nur nicht hilfsbereit. Die Ärzte haben sich anhand meines Befunds eine Meinung gebildet und für sie war klar, dass ich in den nächsten Wochen sterbe. So wurde ich behandelt und musste mir ständig anhören, dass mir bewusst sein muss, dass sich mein Zustand jederzeit dramatisch verschlechtern kann. Das war der Lieblingssatz der Oberärztin. Ich habe ihr dann gesagt, dass ihr bewusst sein muss, dass es sich jederzeit auch dramatisch verbessern kann, denn schließlich mache ich eine Therapie. Ich setzte mich durch und bekam ein CT, mit der erlösenden Nachricht: Stillstand bei den Knochenmetastasen und bei der Leber sogar eine Remission, also einen Rückgang – und das nach nur einem Monat!!! Bäääääähm, Frau Oberärztin!!!  Damit konnten mich die Ärzte erst recht nicht mehr aufhalten. Ich habe mich immer wieder durchgesetzt und weiter Physio gemacht und geschaut, dass ich wieder zu Kräften komme. Ich habe den Ärzten gesagt, dass ich in dieser Klinik nicht sterben werde und sie meinen Kampfgeist noch kennenlernen werden.

Und wohin nun? Reha?

Da es mir erstaunlicherweise immer besser ging, durfte ich nicht länger in der Palliativklinik bleiben. Aber für zuhause war ich noch nicht fit genug. Also wollte ich in eine Reha. Wer bis hierhin gelesen hat, kann sich wahrscheinlich schon denken, was jetzt kommt. Bei all den Regeln, die es in meiner Situation gab, gab es nur eine Reha, die gepasst hätte. Aber die Oberärztin dort, lehnte mich mit „kein Potenzial“ ab. Und nun? Sollte mein Leben jetzt vorbei sein? Nie und nimmer!!! Es gibt zum Glück wundervolle Menschen, die einem helfen. Nach dem meine Krankenkasse von der Ablehnung gehört hatte, haben sie sich so eingesetzt, dass die Rehaklinik verpflichtet war, mich zu nehmen.

Reha – die Erfolge kamen endlich

Damit war ich der dortigen Oberärztin ein Dorn im Auge und das habe ich auch zu spüren bekommen. Auch wenn es hart war, habe ich mich nicht unterkriegen lassen und immer wieder dagegen angekämpft und mich durchgesetzt – es war meine einzige Chance auf ein normales Leben. Ich hatte das Glück, dass die Schwestern und Physiotherapeuten auf meiner Seite waren und mich voll unterstützten und so folgten viele Erfolge. Ich bekam immer mehr Kraft und Muskulatur zurück, konnte immer mehr alleine und wurde wieder unabhängig. Und dann war ich wieder so fit, dass ich tatsächlich nach 6 Monaten Krankenhaus und Klinikaufenthalten nach Hause zu meinem Schatz durfte.

Korsett echt weg?

Ich trug noch immer das Korsett. Was mir zum einen die Freiheit gab wieder aufzustehen, aber auch eine Belastung war. Ich musste es für jedes Aufstehen anziehen, nach längerem Tragen gab es Abdrücke und beim Sitzen drückte es und tat weh. Es war für mich nicht die Endlösung. Ich recherchierte und habe herausgefunden, dass es eine Möglichkeit gibt, dieses loszuwerden. Noch während der Reha machte ich einen Termin aus. Bei diesem sollte geprüft werden, ob es möglich ist, die sogenannte Kyphoplastie zu machen. Doch was der Arzt uns nach den Untersuchungen mitteilte, damit haben wir nicht gerechnet. Er fragte mich, warum ich das Korsett überhaupt trage?  Meinem Freund und mir fielen im wahrsten Sinne des Wortes die Kinnladen runter. Laut diesem Arzt konnte ich ohne Korsett laufen!!!

Der Startschuss zum Reisen

Diese Info erhielten wir Mitte Dezember. Monate zuvor hatte ich gesagt, dass es mein Ziel ist Ende des Jahres wieder alleine ans Meer zu laufen. Am 23.12 machten wir uns mit Freunden auf den Weg nach Holland. Bei einem Zwischenstopp meinte meine Freundin, ich soll es jetzt mal ohne Korsett versuchen und aussteigen. Der Arzt meinte ja, es geht. Ich hatte Angst, aber habe mich getraut. Und es hat sich TOLL angefühlt!!!! Ich bin dann wirklich OHNE Korsett ans Meer gelaufen und habe die Meeresbrise gespürt. Mir kamen die Tränen. Ich hatte es wirklich geschafft!!!

Die Metastasen gehen zurück

Im Februar folgte dann das nächste CT. Das Ergebnis einfach nur großartig!!!! Die Lebermetastasen und Knochenmetastasen sind fast komplett weg. Die Knochen sind so stark, dass die Bruchgefahr nicht mehr besteht und ich auch wieder Bahn fahren darf. Eine Knochendichtemessung im März hat nochmals bestätigt, dass ich bombenstarke Knochen habe.

Es geht wieder zurück ins Leben

Ich bin immer noch in Therapie. Da es mir damit gut geht, habe ich zum 01.03 mit der Wiedereingliederung angefangen und arbeite zum 01.04 wieder Vollzeit. Es klappt besser als ich dachte und das Gefühl ist toll, wieder ein Stück Normalität zu haben und sich immer mehr das Leben zurückzuholen. Trotz Rollator lasse ich mich nicht vom Reisen abbringen. Wir waren schon in der Schweiz, in Verona, auf Usedom uvm. Es ist noch viel geplant für dieses Jahr – ein Segeltörn, eine Heißluftballonfahrt, Kroatien und und und….

Mein Lebensmotto

Der Krebs ist ein Teil meines Lebens geworden und wird für immer dazu gehören. Aber er bestimmt nicht mein ganzes Leben. Ich lasse mir mein Leben und meine positive Einstellung nicht vom Krebs nehmen. Ich kämpfe und genieße mein Leben nun noch mehr als früher.

Du kannst dir nicht immer aussuchen, was in deinem Leben passiert.
Aber du kannst immer entscheiden, wie du damit umgehst!

Schmetterlings-Momente