Ich heiße Silke Plehn, bin Apothekerin (aber nicht mehr berufstätig) und habe mit 50 die Diagnose Brustkrebs bekommen.
Mein Brustkrebs:
invasives lobuläres Karzinom

Was kannst du tun, wenn du mit 50 die Diagnose Brustkrebs erhältst?
Natürlich alles, um wieder gesund zu werden. Du begibst dich hoffnungs- und vertrauensvoll in die Hände der Ärzte. Das bedeutet zugleich, Selbstbestimmung und Kontrolle abzugeben. Man muss inmitten seines Seelenchaos und des Gedankenkarussells ein großes Stück des Gewohnten loslassen.

Mein Brustkrebs war ein invasives lobuläres Karzinom. Bei der Operation wurden dann noch weitere CLIS gefunden. Ich wurde brusterhaltend operiert, habe im Anschluß 30 Bestrahlungen bekommen und brauchte glücklicherweise keine Chemotherapie. Da Hormonrezeptoren nicht bestimmt werden konnten, erfolgte auch keine Behandlung mit Antihormonen.

Nicht nur mein Körper veränderte sich ungewollt, sondern auch die Sicht auf mein Leben. Das, was ich bisher als selbstverständlich erachtet hatte, galt es zu hinterfragen und neu zu bewerten. Ich gönne es mir nun, nicht perfekt zu sein, bin geduldiger mit mir, gelassener, dankbar für die Dinge, die ich erleben darf und lasse Ideen Realität werden.

Meine Familie und meine Freunde waren immer eine Stütze für mich. Sehr geholfen hat mir auch mein Fitnesstraining, das ich ca. 14 Tage nach der OP wieder aufgenommen und auch während der Bestrahlungszeit durchgeführt habe. Mein großes Ziel nach dem Krankenhausaufenthalt im Dezember 2012 war es, auf jeden Fall bis Juni wieder fit zu sein, denn ich wollte auf jeden Fall mit meiner Tochter zum Hurricane Festival. Das war seit einigen Jahren eine Mutter-Tochter-Tradition bei uns. 😊 Und es hat geklappt!

Es sind nun 5 Jahre seit der Erkrankung vergangen und ich gelte als krebsfrei.
Da ich insgesamt sehr viel Glück mit dem Verlauf meiner Brustkrebserkrankung hatte, möchte ich denjenigen helfen, mit denen das Schicksal nicht so gut umgegangen ist.

Mir hat eine Tätowierung über meinen Operationsnarben geholfen, mich in meinem veränderten Körper wieder wohlzufühlen und einen Abschluss mit der fremdbestimmten und ungewollten Krankheitsphase zu finden. Damals fand ich zu dem speziellen Thema nur wenige Informationen.

Daher beschloss ich selbst aktiv zu werden und ein Netzwerk zum Thema Brustkrebstattoos aufzubauen. Auf einigen Social-Media-Plattformen wie Facebook, Instagram, Pinterest, Twitter und auf meiner Homepage www.brustkrebstattoos.de informiere ich über die Möglichkeit, Brustkrebsnarben mit einem Tattoo zu verschönern, zeige vielfältige Beispiele und beantworte Fragen.

Ich hoffe, damit einige Vorurteile gegenüber Tätowierungen aufzuklären und Mut zu machen.

Seit zwei Jahren organisiere ich den Brustkrebstattoo-Tag. An diesem Aktionstag, der immer an einem Oktober-Wochenende stattfindet, stellen sich erfahrene Tätowierer in den Dienst der guten Sache. Sie spenden ihre Zeit und ihr Können (Ex-Brustkrebspatientinnen/en aus Deutschland, Österreich und der Schweiz), um Frauen ein Stück Lebensqualität zurückzugeben.

Ab dem 1. Mai können sich Interessierte über meine Homepage um ein kostenloses Narbentattoo für den diesjährigen Brustkrebstattoo-Tag am 13./14. Oktober bewerben. Dort findet man dann auch die Teilnahmevoraussetzungen und die Tätowiererliste unter dem entsprechenden Post in der Rubrik Neuigkeiten.

„Wenn Narben Tattoos mit den besseren Geschichten sind,
so geben uns Tattoos über den Narben die Möglichkeit, die Fortsetzung selbst zu schreiben!“

Das Angebot gilt auch für Männer, die Brustkrebs hatten:

Brustkrebstattoo-Tag: 13./14. Oktober 2018 => Alle Infos findet ihr auf Silke’s Seite.