Ich heiße Melli, arbeite als Diplom-Kauffrau und habe mit 35 Jahren die Diagnose „Brustkrebs“ bekommen.


Mein Brustkrebs:
HER2 Neu Negativ mit Lymphknoten-Entfernung, hormonabhängig.
Ich hatte keine Chemo, weil der KI bei 10 % lag.


Ich sollte schon länger zum jährlichen Vorsorge-Termin bei meiner Frauenärztin. Aber aufgrund einer Erkältung konnte ich im Juni 2017 nicht hin. Da ich im August 2017 in Urlaub wollte, dachte ich mir „Gehst du doch mal schnell zum Frauenarzt, trotz Periode“. Das war am Donnerstag. Da habe ich mir nichts bei gedacht, bis die Ärztin anfing meine Brust abzutasten und in Stocken kam. Da sie etwas fühlte, machte sie noch mal einen Ultraschall und sagte dann, dass ich definitiv schnellstens zur Mammographie müsste „Da wäre etwas, was da nicht hingehört“.

Glücklicherweise habe ich eine Stunde später einen Termin bei der Mammographie bekommen und sogar der Termin für die Biopsie stand schon für den kommenden Montag fest. Auf dem Weg zur Mammographie habe ich meinen Chef und meine Mutter angerufen. Meine Mutter hat mich zur Mammographie begleitet. Während dieser ganzen Zeit war ich wie in Trance und habe erst mal nichts gespürt. Es war wie im falschen Film.

Bei der Mammographie musste ich noch ein zweites Mal rein, da noch eine Vergrößerung gemacht wurde. In dem Moment war mir klar, dass da wirklich was ist. Es war meine erste Mammographie und sie war überhaupt nicht schmerzhaft. Das hat man sich viel schlimmer vorgestellt. Als ich dann in dem Untersuchungsraum saß und die Ärztin meinte, dass es nicht gut aussieht und ich definitiv zur Stanze musste, wollte ich einfach nur noch wegrennen. Als ich dann die Mammographie mit dem Arztbericht verließ, brachen alle Dämme. Ich war froh, dass ich nicht alleine war und meine Mutter mich aufgefangen hat und mir Mut machte, dass alles gut wird und ich nicht alleine bin.

Die Zeit zwischen der Mammographie und dem Stanz-Termin war die schlimmste Zeit für mich wegen der Ungewissheit und der Angst, was da auf einen zukommt. In meinem Umfeld hatte noch niemand Brustkrebs.

Am kommenden Montag war dann der Stanz-Termin. Bevor ich zur Stanze kam, hat eine Assistenzärztin eine Anamnese gemacht und  mir gesagt „Brustkrebs ist heilbar“. Das tat gut und hat mir Mut gemacht. Die Stanze war überhaupt nicht schlimm. Durch die lokale Betäubung hat man nichts gemerkt. Nach vier Tagen hatte ich dann die Gewissheit, dass es ein bösartiger Knoten ist. Da ich gefühlt schon eine Woche durchgeweint habe, war ich gefasst und wusste, dass jetzt mein Kampf beginnt.

Nach allen Untersuchungen und OP war dann klar, dass ich „nur“ Bestrahlung und eine Antihormon-Therapie bekomme. Bei der OP wurde der Tumor und mehrere Lymphknoten in der Achsel entfernt. Die Panikmache, dass ich meinen Arm danach nicht wieder richtig belasten bzw. heben kann, war total unbegründet. 10 Tage nach Entlassung aus dem Krankenhaus saß ich wieder im Fitnessstudio und habe wieder angefangen meine Gewichte zu stemmen – natürlich erstmal mit leichten Gewichten ;). Ich habe schon immer viel Sport gemacht und während der Behandlung nie damit aufgehört.

„Der Sport war mein Anker und Energie-Booster.“

Z.B. bin ich während der Bestrahlung 3 x die Woche zum Spinning gegangen (meine Transparent-Pflaster über den Bestrahlungs-Markierungen haben das ausgehalten). Also nur Mut. Einfach testen.

Ich wollte den Brustkrebs nicht verheimlichen und habe es meiner Familie, Freunden und Arbeitskollegen erzählt. Ich habe das ganz offen gespielt. Mir hat das gut getan, weil so jeder wusste, was gerade bei mir los ist und so keine Missverständnisse entstehen konnten. Ab dem Moment wo ich es kommuniziert habe, stand mein Handy nicht mehr still. Das hat mir noch mehr Kraft gegeben. Ich bin froh solche tollen Menschen in meinem Leben zu haben. 🙂 Für mich war es wichtig ganz normal behandelt zu werden und nicht immer die „krebskranke Melli“ zu sein. Ich wollte am Leben der anderen teilhaben und mir hat es gut getan auch für sie mal da sein zu können und so auch mal was zurückzugeben.

Mein Lebensmotto:
„Das was dich nicht kleinkriegt, macht dich stärker.“

Durch den Brustkrebs habe ich gelernt, dass Leben noch mehr zu genießen und bin einfach GLÜCKLICH. Ich lasse mich nicht mehr von Kleinigkeiten runterziehen, bin viel unternehmenslustiger und aktiver geworden. Ich genieße die Augenblicke mit meinen Liebsten und lebe bewusster.

Eure Melli 🙂

Mein Brustkrebs-Verlauf